Sus­tainable Human Resour­ce Manage­ment

Defi­ni­ti­on

Nach­hal­ti­ges Human Resour­ce Manage­ment bezeich­net ein Per­so­nal­ma­nage­ment, das die lang­fris­ti­ge Erhal­tung, Rege­ne­ra­ti­on und Ent­wick­lung der „Res­sour­ce Per­so­nal“ sichert und zugleich öko­lo­gi­sche, sozia­le und öko­no­mi­sche Nach­hal­tig­keits­zie­le sys­te­ma­tisch in HR-Stra­te­gien und ‑Prak­ti­ken bzw. in die Per­so­nal­ar­beit inte­griert. Auf­tre­ten­de Span­nun­gen, etwa zwi­schen kurz­fris­ti­ger Erfül­lung von Effi­zi­enz- und Wirt­schaft­lich­keits­an­for­de­run­gen und der lang­fris­ti­ge Schutz von Human- und Sozi­al­res­sour­cen­ba­sis, sind weni­ger auf­zu­lö­sen als viel mehr pro­duk­tiv zu mana­gen. (Ehner­t/Aust-Gonarz)

Sus­tainable work sys­tems

Nach­hal­ti­ge Arbeits­sys­te­me sind Arbeits­sys­te­me, die so gestal­tet sind, dass sie die von ihnen genutz­ten Res­sour­cen – mensch­li­che, sozia­le, mate­ri­el­le und natür­li­che – mög­lichst rege­ne­rie­ren statt kon­su­mie­ren, ihre Exis­tenz nicht durch Aus­beu­tung exter­ner Res­sour­cen sichern, die Ent­wick­lung einer Res­sour­cen­ka­te­go­rie nicht auf Kos­ten ande­rer vor­an­trei­ben und zugleich die legi­ti­men Bedürf­nis­se und Inter­es­sen ver­schie­de­ner Anspruchs­grup­pen berück­sich­ti­gen. (Docher­ty, Kira und Shani)

Pro­zes­se

In der Arbeits­wis­sen­schaft gehen der eigent­li­chen Gestal­tung von Arbeits­sys­te­men immer eine sys­te­ma­ti­sche Klä­rung, Ana­ly­se und Bewer­tung des bestehen­den bzw. geplan­ten Arbeits­sys­tems vor­aus. Grund­sätz­li­che Zie­le sind dabei stets, schä­di­gungs­freie, gesund­heits- und lern­för­der­li­che sowie moti­va­ti­ons­stif­ten­de und res­sour­cen­auf­bau­en­de, d.h. die Bil­dung nach­hal­ti­ger Arbeits­sys­te­me zu för­dern.

1. Ziel- und Auf­ga­ben­klä­rung

  • Klä­rung der  Gestal­tungs­zie­le: Wel­che Pro­ble­me sol­len gelöst bzw. wel­che Ver­bes­se­run­gen erreicht wer­den (z.B. Über­las­tung, Feh­ler­quo­te, Pro­duk­ti­vi­tät, Sicher­heit, Lern- und Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten)?
  • Beschrei­bung der Arbeits­auf­ga­be: Input, erwar­te­te Ergeb­nis­se, Leis­tungs­vor­ga­ben, Qua­li­täts­an­for­de­run­gen

2. Sys­tem­ab­gren­zung und Modell­bil­dung

  • Das zu gestal­ten­de Arbeits­sys­tem wird als sozio-tech­ni­sches Sys­tem mit den Ele­men­ten Mensch, Tech­nik, Orga­ni­sa­ti­on, Arbeits­mit­tel und ‑umge­bung abge­grenzt.
  • Es wird ein Arbeits­sys­tem-Modell (z.B. Input–Transformation–Output, MTO-Modell) erstellt, das Struk­tu­ren, Pro­zes­se, Infor­ma­ti­ons- und Mate­ri­al­flüs­se sicht­bar macht und die spä­te­re Gestal­tung struk­tu­riert.

3. Arbeits­ana­ly­se als Vor­aus­set­zung der Gestal­tung

  • Vor jeder Gestal­tung steht eine sys­te­ma­ti­sche Arbeits­ana­ly­se; sie erfasst Ist-Zustand von Arbeits­auf­ga­ben, Abläu­fen, Belastungen/Beanspruchungen, Qua­li­fi­ka­ti­ons­an­for­de­run­gen, Arbeits­um­ge­bung und Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren.
  • Ein­ge­setzt wer­den arbeits­wis­sen­schaft­li­che Ver­fah­ren wie Tätig­keits­ana­ly­sen (z.B. AET, REFA-Ver­fah­ren), Belas­tungs-Bean­spru­chungs-Ana­ly­sen, ergo­no­mi­sche Scree­nings sowie Beob­ach­tun­gen, Inter­views und Befra­gun­gen.

4. Bewer­tung nach arbeits­wis­sen­schaft­li­chen Kri­te­ri­en

  • Die erho­be­nen Merk­ma­le wer­den an Kri­te­ri­en der men­schen­ge­rech­ten und wirt­schaft­li­chen Arbeits­ge­stal­tung gespie­gelt (z.B. 5‑stufiges Kri­te­ri­en­mo­dell: schä­di­gungs­los, aus­führ­bar, zumut­bar, beein­fluss­bar, ent­wick­lungs­för­der­lich).
  • Gleich­zei­tig wer­den Pro­duk­ti­vi­täts- und Qua­li­täts­zie­le berück­sich­tigt, um Human- und Leis­tungs­zie­le gemein­sam zu opti­mie­ren (Leit­ge­dan­ke „Huma­ni­tät und Wirt­schaft­lich­keit“).

5. Ablei­tung von Gestal­tungs­an­for­de­run­gen

  • Aus Ana­ly­se und Bewer­tung wer­den kon­kre­te Gestel­lungs­an­for­de­run­gen abge­lei­tet: z.B. Anfor­de­run­gen an Auf­ga­ben­struk­tur, Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veaus, Arbeits­mit­tel­ge­stal­tung, Infor­ma­ti­ons­flüs­se, Arbeits­zeit- und Schicht­sys­te­me.
  • Die­se Anfor­de­run­gen bil­den den Pflich­ten­heft-Cha­rak­ter für die anschlie­ßen­de Arbeits­sys­tem­ge­stal­tung (Grob- und Fein­pla­nung, Vari­an­ten­ver­gleich, par­ti­zi­pa­ti­ve Aus­ar­bei­tung).

Refe­ren­zen

In die­ser Wei­se haben wir schon vie­le Orga­ni­sa­tio­nen und Unter­neh­men beglei­tet, z.B.:

  • GWK/ALW „Aus­wer­tung Per­so­nal­be­fra­gung 2024“
  • DICV Frei­burg „Moti­viert + Selbst­or­ga­ni­siert“
  • Dia­ko­ni­sches Werk Pfalz „Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung”
  • Strategisches/Integriertes Gesund­heits­ma­nage­ment (AOK, RLP, NS, HE)
  • Resi­li­enz­in­itia­ti­ve der Pfalz
  • Wei­ter­bil­dungs­ver­bund WORKFORCE
  • RZZKI / ZUKIPRO / MDZ-KL: Qua­li­fi­zie­rung für Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on und KI in Arbeits- und Unter­neh­mens­pro­zes­sen von KMU
  • u.v.m.