Inklusion im Wandel der Zeit
- Weiterentwicklung von beruflicher Integration hin zu einer beruflichen Inklusion (entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention)
- Besondere Berücksichtigung des Kontextes als einem wesentlichen Einflussfaktor auf Funktionsfähigkeit und Behinderung (bio-psycho-soziales Modell bspw. anhand der ICF).
- Inklusion ist nicht nur für Menschen mit (körperlichen oder seelischen) Beeinträchtigungen von Relevanz, sondern für alle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Benachteiligten, wie bspw. Niedrig-qualifizierte oder gesundheitlich beeinträchtigte Langzeitarbeitslose.
Inklusion aus arbeitswissenschaftlicher Sicht
- Leitbild der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen in die Arbeitswelt am ITA ist die “Humane berufliche Teilhabe” (nach Kubek 2012) dieses Personenkreises.
- Vor allem der Aspekt der Persönlichkeitsförderlichkeit ist von Relevanz und kann durch die Anpassung von Arbeitsbedingungen und Arbeit an den arbeitenden Menschen und deren Partizipation im Gestaltungsprozess sichergestellt werden.
Zentrale Elemente und aktuelle Herausforderungen
Bei der Betrachtung der aktuellen Herausforderungen ist gerade die systemische Perspektive von hoher Relevanz. Das Stichwort lautet dabei Intersektionalität und betrifft die Überlappungsbereiche und gegenseitigen Verstärkungseffekte verschiedenster Diskriminierungsdimensionen, die in Gestaltungsprozessen zu beachten sind.
Ansätze
Als beispielhafte Inklusionsansätze sind hier unter anderem Qualifizierungs- und Empowerment-Ansätze sowie die Reduktion oder der weitestgehende Abbau und die proaktive Vermeidung von Barrieren (bspw. durch inclusive/universal design) zu nennen.
Bei der Gestaltung beruflicher Teilhabe wird daher eine möglichst weitgehende Passung zwischen den Arbeitsanforderungen und ‑bedingungen sowie den Fähigkeiten und Kompetenzen der arbeitenden Personen angestrebt. Der Qualitätsmaßstab, an dem wir die Güte von Arbeit und beruflicher Teilhabe messen, balanciert sowohl wirtschaftliche als auch humane Kriterien. Und wenn wir diese Qualität messen, dann machen wir sie auch vergleichbar — und ermöglichen damit ein Lernen von erfolgreichen Ansätzen (Benchlearning).
Implikationen auf unsere Forschungsansätze
Unsere Forschungsarbeit im Bereich der Inklusion kann nur durch eine konsequente Stakeholder-Orientierung gelingen. Und dies bedeutet auch hier eine konsequente Umsetzung partizipativer Ansätze in der Datenerhebung (bspw. durch barrierefreie Erhebungsinstrumente und ‑methoden) und ‑interpretation (bspw. durch inklusive Auswertungsworkshops) und unter besonderer Berücksichtigung ethischer Aspekte.
Praxisbeispiele
Technologiegestaltung und-einsatz und Wirkungsevaluation
Wir unterstützen Organisationen bei der Entwicklung von digitalen Lösungen und Assistenzsystemen sowie zugehöriger Beratungs‑, Schulungs- und Informationsangeboten (bspw. KI-Kompass Inklusiv). Unsere Arbeit umfasst ebenfalls die Entwicklung und Erprobung von betriebsinternen Arbeitsplätzen und von digitalen bzw. KI-gestützten Arbeitsplätzen sowie die Evaluation von Übergangskonzepten und ‑wirkungen (bspw. Konversionsprojekt) an den Schnittstellen Tagesförderstätten — Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) — Inklusionsbetriebe — allgemeiner Arbeitsmarkt.
Benchmarking der Teilhabe am Arbeitsleben
Bei diesem Langzeitprojekt messen wir durch regelmäßige standardisierte Erhebungen die Qualität der Arbeit und Arbeitsbedingungen und eröffnen diese einem Vergleich und einer Bewertung der Ergebnisse, um daraus zu lernen.
Weitere Zielgruppen
- Niedrigqualifizierte (z.B. unser Projekt FORWARD)
- gesundheitlich Beeinträchtigte (z.B. unsere rehapro Projekte ProGes, V.I.T., Gesundheit4PunktZukunft, BUTTERFLY, GPS, BETA-MeH)
- Geflüchtete (z.B. unser Projekt Integration Innovativ)















