Internationale Perspektive
Die internationale Perspektive in der Arbeitsforschung ist insbesondere in jenen Themenfeldern von Bedeutung, in denen verschiedene Länder vor vergleichbaren Herausforderungen stehen, in denen Produkte entlang globaler Lieferketten unter problematischen oder inhumanen Arbeitsbedingungen entstehen oder in denen divers zusammengesetzte Teams kooperieren. Zugleich zeigen sich zwischen den nationalen arbeitswissenschaftlichen Gesellschaften unterschiedliche thematische Schwerpunktsetzungen, aus denen sich vielfältige Potenziale für Kooperation, Vergleich und gegenseitiges Lernen ergeben.
Inklusion
International bleibt die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen trotz der UN-Behindertenrechtskonvention unzureichend. Inklusion ist ein langfristiger gesamtgesellschaftlicher Transformationsprozess, der Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialleistungen betrifft. Gleichzeitig verändern Megatrends und politische Entwicklungen die Arbeitswelt – mit neuen Chancen, aber auch Risiken für inklusive Teilhabe.
Arbeitsbedingungen
Mit fortschreitender Globalisierung entstehen Produkte zunehmend in globalen Wertschöpfungsketten, wobei Niedriglohnländer für Unternehmen kosten-günstig sind. Damit gehen jedoch häufig schlechte Arbeitsbedingungen einher, deren Ursachen in Wettbewerbsdruck und schwachen Gesetze begründet liegen. Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit und gesundheitliche Risiken rücken daher zunehmend in den Fokus der Arbeitswissenschaft.
Technologieeinsatz
Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend: Hybrides Arbeite und KI-Tools schaffen Chancen für internationale Zusammenarbeit, Inklusion und Qualifizierung. Gleichzeitig entstehen Risiken wie Leistungskontrollen und Arbeitsverdichtung. Digitalisierung ist daher nicht nur technisch, sondern auch sozial- und arbeitswissenschaftlich relevant. Die Einbindung von Beschäftigten hilft, digitale Arbeitsmittel sinnvoll und praxisnah zu gestalten.
Diversität
In Deutschland ist Diversität trotz rechtlicher Rahmenbedingungen noch nicht umfassend verwirklicht. Diversität umfasst Dimensionen wie Herkunft, Geschlecht oder sexuelle Orientierung und prägt zunehmend den Arbeitsalltag. Diverse Belegschaften fördern Innovation und reduzieren Fachkräftemangel, stellen Unternehmen aber auch vor neue Herausforderungen in Führung und Organisationskultur. Die gezielte Förderung von Vielfalt schafft ein wertschätzendes Arbeitsumfeld und stärkt langfristig wirtschaftlichen Erfolg.
Ergebnisse der Befragung von 39 nationalen arbeitswissenschaftlichen Dachgesellschaften* zu den relevanten thematischen Trends im Forschungsfeld
* = 66% der Mitgliedsnetzwerke und ‑gesellschaften der International Ergonomics Association (IEA)
(Quelle: J. C. Hiba, K. J. Zink & H. Weber: IEA Task Force “Future of Work” 2021)
Literatur
INKLUSION
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TECHNOLOGIEEINSATZ
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- Weber, H.; Kubek, V. (2020). Chancen und Risiken der Digitalisierung für sozial benachteiligte Personengruppen. In: von Hauff, M.; Reller; A.: Nachhaltige Digitalisierung – eine noch zu bewältigende Zukunftsaufgabe. Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Wiesbaden, S. 98 – 108
- Weber, H. (2020). Exploiting Synergies between Digitalization and Inclusion to Raise an Organization’s Inclusive Capacity on the Example of Vocational Education and Training. In Petz, A. & Miesenberger, K. (Eds.): Future Perspectives of AT, eAccessibility and eInclusion. ICCHP Open Access Compendium. S. 141 — 145
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DIVERSITÄT
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